Hintergründe

Zahlen von EUROSTAT zufolge sterben in der Europäischen Union jährlich 5.720 Menschen an Unfällen, die durch oder bei der Arbeit erfolgten. Die International Labour Organisation schätzt, dass zusätzlich 159.500 Arbeiter jährlich an arbeitsbedingten Krankheiten sterben. Betrachtet man beide Zahlen zusammen, kann damit gerechnet werden, dass alle dreieinhalb Minuten jemand in der EU durch arbeitsbedingte Ursachen stirbt und dass jede viereinhalb Sekunden ein EU- Arbeiter oder EU –Arbeiterin in einen Unfall verwickelt ist, der ihn oder sie dazu zwingt, mindestens drei Arbeitstage zu Hause zu bleiben.

Darüber hinaus besagt ein weiterer Bericht von EUROSTAT, dass in den EU-15-Staaten “die Rate der Unfälle in kleineren Unternehmen höher ausfällt”. Der Bericht erklärt weiterhin:

… die Eintrittshäufigkeit der Arbeitsunfälle ist in kleinen und mittleren lokalen Einheiten höher als bei lokalen Einheiten, die mehr als 250 Mitarbeiter beschäftigen. Dieser Trend ist besonders deutlich in den Bereichen der Fertigung, der Elektrizität, bei der Gas- und Wasserversorgung und in der Baubranche vorzufinden[Fn4].

Es zeigte sich, dass diese Vorfälle die KMUs Zeit sowie die Verfügbarkeit von Fachkräften kosten, was sich negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit auswirkt[Fn5].

Und auch andersherum ist es so, dass eine Reduktion der Produkteinführungszeit und die erhöhte Taktung bei der Fertigung möglicherweise zu potentiell größeren Risiken für die Gesundheit und die Sicherheit am Arbeitsplatz führenDie aktuelle rechtliche Situation in Bezug auf Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz ist die, dass sich alle KMU in Europa an die nationalen Ableitungen der Europäischen Rahmenrichtlinie (89/391/EEG) halten müssen, welcher weitere dreiundzwanzig Richtlinien unterliegen. Da es noch viele weitere Regelungen gibt, die es zu befolgen gilt, empfinden viel KMU dies als große verwaltungstechnische Belastung. Eine Verpflichtung gemäß der Europäischen Richtlinie ist die Risikoinventur, die Unternehmen durchführen müssen. Für KMU ist dies ein zeitaufwendiges und komplexes Prozedere, was lediglich dazu führt Risiken zu definieren. Die Definition konkreter Maßnahmen zur Beseitigung dieser Risiken stellt dagegen einen weiterer Prozess dar, der Zeit in Anspruch nimmt.

Die Zielgruppe der KMU deckt eine breite Masse an Unternehmen ab. Vorallem diejenigen im Fertigungsbereich, sind durch die KMU-Partner im IMOSHION-Konsortium vertreten. Dazu gehören Unternehmen aus der Baubranche, der Elektrotechnik, dem Maschinenbau, der Automobilbranche, der Luft- und Raumfahrt, der Lebensmittelindustrie, sowie der Metall- und und Textilverarbeitung. Alle produzierenden Bereiche sind von Natur aus am anfälligsten für Unfälle und Risiken.

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